Bosporus-Brücke (Istanbul)

Während eines Aufenthalts in Istanbul erhält der Besucher die besondere Möglichkeit, mit einerÜberquerung des Bosporus einen Sprung auf einen anderen Kontinent zu machen. Der Bosporus durchquert nicht nur Istanbul, sondern trennt zugleich Europa und Asien voneinander. Und Istanbul, welches sowohl auf europäischem als auch auf asiatischem Boden errichtet wurde, ist somit die weltweit einzige Metropole, die gleich zwei Kontinente für sich beansprucht. Mittlerweile gibt es zwei Brücken, die die beiden Kontinente miteinander verbinden.

 

1. Bosporus-Brücke

Schon im 4. Jahrhundert vor Christus soll die erste Bosporus-Brücke entstanden sein - allerdings hat sie nicht viel mit jener Brücke gemein, die heute den Bosporus überspannt. Die imposante Hängebrücke, die man heute als die 1. Bosporus-Brücke bezeichnet, wurde im Jahr 1973 nach dreijähriger Bauzeit eingeweiht. Der Einweihung voraus ging allerdings eine jahrelange Planung, denn das Projekt wurde bereits im Jahr 1959 vom damaligen türkischen Ministerpräsidenten Menderes abgesegnet. Über 200 Millionen US-Dollar sollen in das Bauvorhaben geflossen sein und die Konstruktion ist wahrhaft gigantisch.

Die Bosporus-Brücke misst knapp anderthalb Kilometer und ragt 64 m in die Höhe. Die 39 m breite Brücke bietet insgesamt 8 Fahrspuren – von denen zwei als Notweg ausgewiesen sind – und einem Notfußweg Platz.

Fußgängern ist es aus Sicherheitsgründen unmöglich, die Brücke zu überqueren. Wer von Europa nach Asien fahren möchte, muss sich ins Auto setzen.

Um die Brücke, die täglich an die 200.000 Fahrzeuge verkraften muss, zu entlasten, wurde 1988 nur wenige Kilometer weiter mit der Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke eine weitere Brücke in Betrieb genommen.

Der Bosporus - Mythologie im Namen

Der Bosporus gehört heute zu den weltweit bedeutendsten Wasserstraßen überhaupt und ein florierender Seehandel wäre für die Schwarzmeeranrainer ohne diesen Fluss undenkbar.
Der Name des Bosporus ist übrigens eng mit der griechischen Mythologie verknüpft. Übersetzt man den wohlklingenden Namen, so wird aus Bosporus eine „Kuh- oder Ochsenfurt“.

Der Legende zufolge soll Io - eine der Geliebten des Zeus - auf ihrer Flucht vor der eifersüchtigen Gemahlin des Gottes den Bosporus überquert haben. Und zwar in der Gestalt einer Kuh, in die sie Zeus zum Schutz verwandelt hatte. Hera ließ sich vom der Maskerade jedoch nicht täuschen und verfolgte Io weiterhin.

Diese überquerte auf ihrer Flucht auch das Ionische Meer, welches ebenfalls nach ihr benannt wurde. Die Flucht Ios endete schließlich in Ägypten. Dort durfte sie ihre ursprüngliche Gestalt wieder annehmen und lebte fortan als Göttin Hathor.

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